Demenzbegleitung: Menschen individuell erreichen
Demenzbegleitung bedeutet, den einzelnen Menschen und seine Geschichte im Blick zu behalten. Im Seniorendomizil Haus Marienthal in Deggendorf zeigt sich, wie Biografiearbeit und vertraute Routinen dabei helfen können, individuelle Zugänge zu Bewohnerinnen und Bewohnern zu finden.
Demenzbegleitung beginnt mit der Biografie
Menschen mit Demenz reagieren unterschiedlich auf Situationen und Veränderungen. Umso wichtiger ist es für Mitarbeitende, die Menschen hinter der Erkrankung kennenzulernen.
„Bei der Betreuung unserer Bewohner mit Demenz ist darüber hinaus die biographische Arbeit das A und O“, erklärt Anja Fehler, stellvertretende Pflegedienstleitung im Haus Marienthal.
Gespräche mit den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst oder mit Angehörigen helfen dabei, mehr über frühere Lebensweisen, Gewohnheiten und Erfahrungen zu erfahren. Auch Gerüche, Musik oder Bewegung können Erinnerungen ansprechen und einen Zugang schaffen.
Wenn die Lebensgeschichte den Pflegealltag erklärt
Wie wichtig dieses Wissen sein kann, zeigt ein Beispiel aus dem Haus Marienthal: Ein Bewohner stand Nacht für Nacht sehr früh auf. Im Gespräch stellte sich heraus, dass er früher im Schichtdienst gearbeitet hatte und regelmäßig gegen 3.30 Uhr aufgestanden war.
Das Team berücksichtigte diese vertraute Routine. In diesem besonderen Fall gehörte dazu auch ein Frühstück am frühen Morgen.
Für die Demenzbegleitung zeigt dieses Beispiel, wie wichtig es sein kann, Verhalten nicht isoliert zu betrachten. Die persönliche Lebensgeschichte kann Mitarbeitenden helfen, Gewohnheiten besser zu verstehen und individuell darauf einzugehen.
Kommunikation braucht nicht immer Worte
Auch wenn die Sprache eingeschränkt ist, gibt es Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu bleiben. Anja Fehler nennt beispielsweise Berührungen, Blickkontakt und basale Stimulation. Bei starkem Bewegungsdrang gehören im Haus Marienthal außerdem regelmäßige Tanzangebote zum Alltag.
Für Mitarbeitende bedeutet Demenzbegleitung deshalb auch, unterschiedliche Wege auszuprobieren und aufmerksam darauf zu achten, was den jeweiligen Menschen erreicht.
„Die Teams in den Wohnbereichen sind tagtäglich mit vollem Einsatz und Herz dabei, und sehr kreativ, wenn es darum geht, den Bewohnern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“, sagt Anja Fehler.
Entwicklung in der Pflege
Im Haus Marienthal geht es aber nicht nur um die Entwicklung individueller Betreuungsansätze. Anja Fehler begleitet auch gerne Quereinsteiger, die ihren Weg vom Pflegefachhelfer zur Pflegefachkraft gehen.
„Es ist immer schön, zu sehen, wie sie an ihren Aufgaben wachsen“, beschreibt sie ihre Erfahrung.
Weitere Einblicke in die Arbeit des Haus Marienthal und den vollständigen Presseartikel finden Sie hier:
➡️ Zum Artikel der Donau-Anzeiger
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