Der Wiedereinstig in die Arbeitswelt gestaltete sich zu Beginn bei einer geringfügigen Beschäftigung recht einfach. Dreimal vier Dienste im Monat ließen sich bei intaktem sozialem Umfeld und hochengagierten Großeltern leicht organisieren. Der Einstieg in die Arbeitswelt nach Beendigung der Elternzeit mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden gestaltete sich zu Beginn etwas schwieriger und benötigte ein hohes Maß an Organisationstalent und Planungssicherheit. Ein sehr flexibles soziales Umfeld ermöglichte es mir fast uneingeschränkt Dienste wahrnehmen zu können. Compassio gab mir die Möglichkeit durch gemeinsame Absprachen, die Dienste so zu gestalten, dass die Versorgung meines Sohnes durch Angehörige sichergestellt ist und ich trotzdem alle Schichten und Wochenenddienste ausüben konnte. In seltenen Ausnahmefällen wurde es unter Berücksichtigung nötiger Vorkehrungen erlaubt, meinen Sohn zu Diensten mitzunehmen. Dies gab mir ein zusätzliches sicheres Gefühl meine Dienste in Ausnahmesituationen trotzdem uneingeschränkt wahrnehmen zu können.
Eine große private Veränderung bürgte neue Hürden. Die familiäre Situation änderte sich und es ereignete sich zu einem späteren Zeitpunkt ein Wohnortswechsel. Der Oma, welche sonst um 5:30 Uhr an Diensttagen vor unserer Türe stand, um zu warten, bis ihr Enkelsohn wach ist, um diesen anschließend in den Kindergarten zu bringen, war dies nun aufgrund der Entfernung nicht mehr möglich. Zumal dies allemal kein Dauerzustand hätte sein können. Zeitgleich implementierte die Einrichtung die Stelle der QMB und Praxisanleitung, welche es galt zu besetzen. Ich bewarb mich um die neue Funktion und erhielt eine Zusage. Durch weitestgehende Planungsfreiheit war es mir möglich als alleinerziehende Mutter meinen Beruf in neuer Funktion weiter auszuüben. Seitens der Einrichtung bestand durchwegs das Interesse einer Lösungsfindung für jede Problemlage.
Aktuell bin ich Vollzeit tätig als Wohnbereichsleitung und Praxisanleitung. Unsere Einrichtungsleitung ermöglicht es vielen Müttern individuell nach deren familiärer Situation oder Problemlagen ihren Beruf in der Einrichtung auszuüben. Aktuell besucht mein Sohn die erste Klasse der Grundschule. Da ich überwiegend alleinerziehend bin, ist eine Betreuung vor Beginn der Schule nur selten möglich. Ich bin sehr dankbar, dass meine Einrichtungsleitung es mir ermöglicht, meinen Dienst um 8:00 Uhr aufzunehmen bis mein Sohn das Alter und die Reife erreicht, sich morgens selbstständig zu versorgen und zur Schule zu gehen.