Gemeinsam Zukunft gestalten: compassio im Gespräch mit der HNU
Wie sieht die Zukunft des Gesundheitswesens aus – und welche Rolle spielen Innovation, Führung und Zusammenarbeit dabei?
In der aktuellen Ausgabe der „HNU Healthcare Management Insights“ spricht die Hochschule Neu-Ulm mit Prof. Dr. Patrick Da-Cruz, compassio CEO Christopher Nolde und Julia Glöggler über aktuelle Entwicklungen in der Pflegebranche, Herausforderungen im Gesundheitsmanagement und neue Perspektiven für die Zukunft der Versorgung.
Der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ist für uns ein wichtiger Baustein, um Pflege weiterzudenken, Innovationen voranzutreiben und gemeinsam neue Impulse für die Branche zu setzen. Umso mehr freuen wir uns über den spannenden Dialog mit der Hochschule Neu-Ulm (HNU).

In der Altenpflege ist der Fachkräftemangel besonders stark ausgeprägt. Was sind aus Ihrer Sicht die Hauptursachen für den Fachkräftemangel in der Altenpflege?
Julia Glöggler: Der Fachkräftemangel ist das Ergebnis mehrerer Entwicklungen, die sich über Jahre aufgebaut haben. Zum einen steigt durch den demografischen Wandel die Zahl der pflegebedürftigen Menschen deutlich an. Gleichzeitig entscheiden sich zu wenige junge Menschen für einen Beruf in der Pflege oder bleiben nicht ausreichend lange in der Branche. Hinzu kommt die hohe körperliche und emotionale Belastung im Arbeitsalltag. Auch die gesellschaftliche Wahrnehmung des Pflegeberufs hat lange nicht die Wertschätzung widergespiegelt, die diese Arbeit verdient.
Christopher Nolde: Es ist wie bei der Spargelernte gerade – obwohl die Pflege inzwischen top bezahlt. Wir können fordernde Berufe immer weniger besetzen in Deutschland. Die Nachfrage wächst schneller als das Angebot an qualifiziertem Personal. Gleichzeitig stehen wir im Wettbewerb – national wie international – um gut ausgebildete Fachkräfte. Das erhöht den Druck, echte langfristige Strategien für Ausbildung, Bindung und Rekrutierung zu erarbeiten. Es ist ja ein toller Beruf, voller Erfüllung und Lebensfreude!
Welche Rolle spielen Arbeitsbedingungen und Führungskultur im Vergleich zu Gehalt und Karriereperspektiven bei der Personalbindung?
Julia Glöggler: Arbeitsbedingungen und Führungskultur sind zentrale Faktoren für die Zufriedenheit im Alltag. Verlässliche Dienstpläne, ausreichend Zeit für die Pflege und eine wertschätzende Zusammenarbeit im Team haben einen unmittelbaren Einfluss darauf, ob Mitarbeitende gerne zur Arbeit kommen.
Christopher Nolde: Alles muss stimmen, der Beruf prägt unser Leben. Die Bezahlung natürlich, aber auch eine positive Unternehmenskultur, faire Führung, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und Stabilität. Die Leute wollen Perspektiven. Wir verbringen mehr Zeit im Job als irgendwo anders, also ist die Erwartung auch hoch. Total verständlich für mich.

